Was für ein Zufall

Ich glaube nicht an Zufälle. Es gibt keine Zufälle und doch gibt es sie.

ZufallDas ist scheiße formuliert und ich muss das erklären. Es gibt so gewisse Momente im Leben, in denen einem etwas zufällt. Man muss aber schon genau auffpassen, sonst bekommt man es vielleicht gar nicht mit. Aber genau das ist dann für mich ein Zufall.

Neulich ist mir da wieder so etwas passiert. Ich stand da und musste einfach nur schmunzeln. Ich fand die ganze Geschichte unfassbar witzig. Wenn ich daran denke, muss ich grinsen. Manchmal ist am Ende alles viel leichter, als man es sich vorher gedacht hat.

Die Vorgeschichte

In meiner Wohnung sind im Laufe der Zeit einige Dinge kaputt gegangen oder sie waren es schon als ich eingezogen bin. Der Hausverwalter sagte als er mir zum ersten mal die Wohnung zeigte, dass sich um die Mängel gekümmert würde. Nunja, ihr wisst wie das mit Hausverwaltern und Handwerkern ist, man muss ganz schön hinter ihnen her sein. Ansonsten tut sich nichts. Dieses „Hinterher-sein-Ding“ ist nicht meine größte Stärke.

Jedenfalls wurden die Mängel nicht behoben und es kamen mit der Zeit ein paar neue hinzu. Keine Großen Sachen, die das Leben behindern. Eher optischer Natur. Dinge, bei denen man sagt: Das müsste echt mal gemacht werden. Als ich noch gearbeitet habe, fehlte mir die Zeit mich darum zu kümmern. Als ich dann mehr Zeit hatte, fehlte mir die Kraft. Die Dinge gerieten in Vergessenheit.

Was für ein ZufallAm Anfang hatte ich noch den Gedanken „Morgen räume ich auf und rufe bei den Handwerkern an.“ Aus morgen wurde nächste Woche. Nach ein paar Wochen verschwand der Gedanke dann komplett in den tiefen meines Unterbewusstseins und machte es sich dort irgendwo gemütlich. Man muss nur lange genug weghören.

Doch dann kam dieser eine Tag. Ich hatte mir vorgenommen mich in meiner Wohnung wohler zu fühlen. Im Zuge dieses spontanen Großprojekts stellte ich auch eine gewisse Grundordnung wieder her. Auf persönlicher Ebene führte das dazu, dass ich mich an meinem Wohnort zum ersten Mal seit meinem Einzug wohl fühle. Außerdem führte es mich zu dem jüngsten Zufall.

Doch vorher kam dieser alte Gedanke aus seinem Versteck gekrochen. Ganz verschwunden war er anscheinend nicht. „Jetzt kann ich doch mal die Handwerker anrufen.“ Natürlich nicht sofort. Also ging ich erstmal um die Vier Ecken und rauchte eine Zigarette. Ich musste unbedingt den Kopf frei bekommen und mich selbst für die Tatsache feiern, dass ich mir endlich wieder ein zu Hause geschaffen hatte.

Als ich dann wieder ins Treppenhaus ging, hörte ich Stimmen aus dem Keller. „Da geht gerade jemand.“, sagte eine männliche Stimme. Falsch! „Da kommt gerade jemand“, antwortete ich in meinem jugendlichen Leichtsinn ohne mir der Konsequenzen bewusst zu sein. Einen Augenblick später stehe ich mit meinem Hausverwalter in meiner Wohnung und zeige ihm die Mängel. Das ging alles so schnell, dass ich es gar nicht mitbekommen habe. Mein ganzer Körper zittert vor Aufregung. Doch das ist mir in dem Moment egal.

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