Schwere Zeiten überstehen

Nicht nur depressive Menschen haben es manchmal schwer. Jeder hat diese Momente.

Momente, in denen man an seine körperlichen und geistigen Grenzen kommt, weil man keine Kraft mehr hat. Ich denke mir immer, dass es nicht schlimmer werden kann mit der Depression, dass ich dies bezüglich alles erlebt habe. Doch dann werde ich immer wieder eines besseren belehrt. Dabei sind es gar nicht die Suizid Gedanken, die mir etwas ausmachen. Seit meiner ReHa im letzten Herbst weiß ich, dass das Gehirn keine andere Option liefern kann und selbst Probleme mit der Situation hat.

Der Ursprung des Gedanken

Was auch immer passiertIch weiss also wo der Gedanke herkommt und kann mich da selbst ganz gut wieder rausholen. Mir macht die körperliche Seite am meisten zu schaffen. Ich bin ziemlich kraftlos und fühle mich so seltsam, dass ich es gar nicht beschreiben kann. Normalerweise drehe ich ganz eine Runde um die 4 Ecken oder gehe ein bisschen im Wald spazieren um auf andere Gedanken zu kommen. Doch neulich fehlte mir die Kraft bis zum Supermarkt (ca. 900m) zu gehen. Ich musste nach einem Drittel der Strecke umdrehen und schaffte es mit Ach und Krach nach Hause.

In so einer Situation fällt es nicht leicht, aber jetzt schaue ich mit einem Lächeln auf die Episode zurück. Manchmal ist es eben so. Da geht einfach nix. Ich versuche in dieser Hinsicht liebes- und verständnisvoller mit mir zu sein. Ich versuche die Situation zu akzeptieren. Das gelingt mir nicht immer. Aber hey, ich arbeite dran. Das ist ja auch schon einmal etwas.

Es gibt ein paar Dinge, die mir durch diese ganz schweren Zeiten im Leben helfen. In erster Linie sind das Gedanken. Der erste und wichtigste Gedanke ist wohl: “ es wird nicht immer so sein“. Bei mir ist es ein ständiges auf und ab. Das einzig Konstante in meinem Leben sind die Schwankungen zwischen dem Minus und dem Pluspol. Ich habe über die Jahre gelernt, dass auf ein Tief stets ein Hoch folgt. Im Moment schwanke ich zurück in den Normalbereich und fürchte mich schon jetzt vor dem anderen Ende, denn irgendwann wird es mir wieder „zu gut“ gehen und ich stürze ab ins bodenlose.

Frieden finden

Na undAber der Weg bis dahin ist ganz schön. Wenn ich dann mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkehre, tut es ganz gut an das Zukunfts-Ich zu denken. Da gibt es dieses Musik-Video von Udo Lindenberg. Ich glaube es heisst „durch die schweren Zeiten“. Da besucht der gegenwärtige Udo den Alten. In Phasen, in denen es mir wirklich schlecht geht, versuche ich genau das zu tun. Ich denke an mein zukünftiges Ich und stelle mir vor, dass es mich besucht. Die ganze Sache bringt mich zwar nicht dazu, nach 5 Minuten wieder singend durch die Wohnung zu tanzen. Aber es zaubert mir ein friedvolles Lächeln auf die Lippen und das ist ja auch schon mal was.

Für den Moment reicht mir das dann auch. „Wenn du denkst, es geht nicht mehr…“ Jeder kennt das. „…kommt irgendwo ein Lichtlein her.“ Jahrelang habe ich diesen Spruch falsch verstanden. Ich dachte immer: Du bist in einer schlechten Situation und dann kommt etwas in dein Leben und das ist dann dieses Lichtlein. Neuerdings funktioniert dieser Spruch anders für mich. Ich bin in der Situation, dass es mir körperlich sehr schlecht geht und denke, dass keine Kraft mehr übrig ist. Doch dann finde ich immer wieder den berühmten Funken Hoffnung.

Das ist so als würde man durch eine finstere Höhle gehen und im Dunkeln taucht mit einem mal eine Lichtquelle auf, die einem den Weg zurück ins Helle weisst. So geht es mir jedes verdammte Mal. Jedes Mal vergesse ich, dass nichts passieren kann und am Ende das Lichtlein kommt. Das nächste Mal, denke ich früher dran. Versprochen.

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