Eine neue Perspektive

Es gibt manchmal Situationen, in denen man echt unglücklich ist. Man denkt, dass es an der Situation liegt.

Aber ist das wirklich so? Ich habe mich lange Zeit sehr unwohl in meiner Wohnung gefühlt. Da konnte ich sooft aufräumen, wie ich wollte. Es konnte so sauber oder dreckig sein, wie es wollte. Ich habe mich einfach so gefühlt. Es war eben nicht mein „Zu Hause“.

Es ist nicht sehr schön, an einem Ort zu wohnen an dem man sich nicht wohlfühlt. Ich habe nun für mich herausgefunden, dass zu Hause aber keine Wohnung oder ein Ort ist. Sondern, neue perspektivedass es sich dabei um ein Gefühl handelt. Das macht es nicht besser oder schlechter. Einfacher oder schwerer. Fakt ist: Ich fühle mich jetzt hier zu Hause und so ist das ganze passiert

Ich erinnerte mich an meine Vergangenheit. Wie war es da? In meiner alten Wohnung sagten die Leute immer, wenn sie mich besuchen kamen, du hast es aber gemütlich hier. So fühlte es sich auch an. Ich habe die Tür aufgemacht und fühlte mich direkt wohl. Es war einfach mein zu Hause. Heute ist es anders. Deine Wohnung ist so kahl und trist, sagte meine Mutter einmal als sie mich besuchen kam.

Kein Wunder, dass ich mich hier nicht wohl fühle

Wenn es einem Gast hier schon nicht gefällt, wie kann ich mich dann „zu Hause“ fühlen. Manchmal sagen uns andere Menschen mehr als wir im ersten Moment wahrnehmen. Leider dauert es manchmal eine ganze Weile bis wir die echte Botschaft dann verstehen. Mittlerweile bin ich aber dahinter gekommen.

Aber was tun?

Ich stellte mir eine Frage: Was kann ich machen, damit ich mich hier so wohl fühle, wie in meiner alten Wohnung? Die Antwort folgte prompt und der Frühjahrsputz begann dieses Jahr schon im Winter. Seltsam, ich habe noch nie Frühjahrsputz gemacht. Naja, irgendwann ist immer das erste mal.

Jedenfalls räumte ich erst einmal alles Unnötige beiseite und putzte erstmal alle Oberflächen und den Boden. Natürlich fühlte sich da noch nichts anders an. Dann stellte ich Möbel in der gesamten Wohnung um. Währenddessen dachte ich die ganze Zeit an meine alte Wohnung und an das Gefühl, das ich dort hatte. Dieses Gefühl wollte ich in meine neue Wohnung bringen.

Mir kamen immer mehr Ideen wie ich meine Wohnung verändern könnte. So verrückte ich Mobiliar von der Küche ins Wohnzimmer und Dinge vom Schlafzimmer ins Bad. Es war ein heilloses Durcheinander. Allmählich kamen mir Zweifel und ich fragte mich, ob ich letzten Endes wieder Ordnung in das Chaos hinein bringen könnte. Ich bekam Rückenschmerzen und mir wurde schwindelig.

Nach 2-3 StundenEine neue Perspektive eröffnet sich sah meine Wohnung nicht sehr viel anders aus. Gut, die Möbel standen an anderen Orten als zuvor. Jedoch hatte sich in mir selbst etwas getan. Es war ein gänzliches neues Gefühl. Ein Gefühl das ich zwar schon kannte, aber irgendwie vergessen hatte.

Ich fühle mich jetzt total wohl in der neuen Wohnung. Ich fühle mich in meiner Wohnung jetzt nicht mehr fremd, sondern zu Hause. Ich habe quasi unbewusst Frieden mit diesem Ort geschlossen. Ich lag nachts oft wach, wenn ich wieder einmal nicht schlafen konnte. Da hatte ich auch Angst, wenn ich in diese große und dunkele Wohnung schaute.

Jetzt ist es aber ganz anders. In den letzten schlaflosen Nächten hatte ich keine Angst mehr vor der Wohnung. Ich fühle mich sicher und behütet. Das war vorher nicht so. Ich habe es erreicht durch das Verrücken von ein paar Möbelstücken und vor allem dadurch, dass ich das Gefühl meiner alten Wohnung in mir reaktiviert habe.

Das geht bestimmt auch mit anderen Situationen und Gefühlen. Mir ist da noch nichts eingefallen, was ich gerne verändern möchte. Wenn ich mal wieder eine Situation verändere, lasse ich euch es wissen.

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