Der größte Fehler meines Lebens

Fehler sind immer so eine Sache. Fehler sind schrecklich negativ behaftet.

Oftmals betitelt man seine Handlungen aber genau so.Wieso das so ist, weiss ich gar nicht. Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Aber neulich ging es mir mal wieder so. Ich habe versucht zu malen. Ich habe es mit abstrakten Formen versucht. Das ist eben mein Stil. In der Regel macht es mir Spaß und normalerweise bin ich auch mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Aber in diesem Moment funktionierte es überhaupt nicht. Meine Hände zitterten so stark, dass das Papier wegrutschte und ich kaum eine gerade Linie zeichnen konnte.

Das war so unfassbar frustrierend

Dann kam mir ein Gedanke: Scheiß drauf! Dann lass halt zittern, Dicker. und genau das habe ich dann gemacht. Sonst unterdrücke ich das zittern immer zu dem Punkt bis es nicht mehr anders geht. In der Öffentlichkeit ist es mir peinlich. Gerade bei Menschen, die ich nicht so gut kenne. Aber auch wenn ich alleine bin, mache ich es. Da es mir unangenehm ist. Aber irgendwann komme ich dann an einen Punkt, wo die Anspannung zu groß wird.

Es kostet schließlich Kraft, den Körper davon abzuhalten, etwas zu tun, was er in diesem Moment benötigt. Schließlich lies ich dann los und lehnte mich zurück. Ich versuchte so gut es ging zu entspannen. Das war gar nicht so leicht. Es war so als ließe man einen Hund von der Leine, der viel zu lange in Zaum gehalten wurde und sich einfach nur mal so richtig austoben wollte. Meine Hände wollte einfach nur spielen!

Zunächst fühlte sich das richtig komisch an. Ich dachte, dass die Formen, die ich davor mühevoll hingezwungen hatte von meinen Händen, die gerade total am ausrasten waren, zunichte gemacht werden würde. Pustekuchen! Das war gar nicht so. Hier ist das Resultat.Das Resulat

Dann fand ich Gefallen an diesem neuen Spiel. Ich lies einfach los und meine Hände machten ihr Ding. Ich nahm mir ein neues Blatt und noch eins. In kurzer Zeit entstanden mehrere Bilder. Mal schlug der Stift wie ein Presslufthammer auf das Papier und mal wurden die Bewegungen langsamer. Es war ein auf und ab. Aber es war ziemlich cool. Es entstanden ganz neue Formen und Effekte, die ich bis dahin von mir noch nicht kannte.

Wäre ich doch nur wie die

Später habe ich dann noch ein bisschen über die ganze Sache reflektiert. Dabei fiel mir auf, dass ich mich auch in anderen Bereichen immer ziemlich beschränkt habe. Was mir, im Nachhinein betrachtet, nicht gut getan hat. Zum Beispiel wollte ich immer so sein wie die anderen. Damit meine ich meine Kollegen auf der Arbeit oder früher meine Mitschüler in der Schule. Sie haben es immer geschafft ohne viele Fehlzeiten da zu sein. Dafür habe ich sie immer bewundert.
Das zweite ResulatDenn ich selbst habe das eher weniger hinbekommen. Hin und wieder überkam mich eine Angst, die mich einfach lahmlegte. In der Schulzeit hat das zu großen Kämpfen geführt, weil ich meinen Eltern erst mal klar machen musste, dass ich heute nicht in die Schule gehen kann. Später wurde das einfacher als ich mich selbst krank melden konnte. Da musste ich nur meinem schlechten Gewissen erklären, dass es heute nicht geht. An anderen Tagen war ich einfach ausgelaugt und mir fehlte die Kraft aufzustehen.

Heute weiss ich, dass dies die Vorboten meiner heutigen Depression und Angsterkrankung waren. Auf der anderen Seite bin ich aber auch zu der Überzeugung gekommen, dass ich versucht habe einen Weg zu gehen, der nicht so gut für mich passt.

Schwächen stärken

Das Erlebnis „die Hände mal machen lassen“ hat mir dann aber gezeigt, dass in meinem vermeintlichen Handycap auch etwas sehr schönes und persönlich Cooles liegt. Ich habe mir zuvor aber nie die Möglichkeit gegeben, mir das anzuschauen. In Zukunft möchte ich meine Hände öfters mal von der Leine lasse und aus meine „Schwäche“ ausbauen.

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