Denken macht unglücklich

In den letzten Tagen habe ich mich sehr schlecht gefühlt. Mir ist aber bewusst geworden, warum das so ist. Viele Menschen sagen uns, dass unsere Gedanken letzten Endes auch unsere Realität bestimmen. Für eine lange Zeit dachte ich, dass ich dieses Konzept begriffen hätte.

In meiner Realität gibt es viele Gedanken, die dazu führen, dass es mir schlecht geht. Doch kann man sein denken ändern? Ich hatte eine Zeit da habe ich viele Bücher zu diesem Thema gelesen. Das führte dann dazu, dass ich versucht habe meine Gedanken zu kontrollieren. Schließlich wird ja jeder Gedanke Wirklichkeit. Richtig? Also sortierte ich aus: Das ist ein guter Gedanke. Den darf ich denken. Oh, das ist ein schlechter Gedanke. Bloß nicht diesen Gedanken denken.

Positives Denken ist irgendwie auch negativ

Die Wege der GedankenIrgendwann kam ich dem ganzen dann aber auf die Schliche auf und hörte wieder auf damit. Denn so bringt man nur noch mehr Negatives in sein Leben. Ich habe mich dann eine ganze Weile nicht mehr um meine Gedanken gekümmert. Doch neulich fiel mir dann auf, welche Gedanken ein schlechtes Gefühl in mir hervor rufen. Da gibt es zum Beispiel diese „Ich sollte“- Gedanken. Ich glaube sie sind verwand mit den „Ich muss“- Gedanken. Beispiele hierfür: “ Ich sollte aufhören zu rauchen, ich sollte mich gesünder ernähren, ich sollte mehr Sport machen. etc.“

Die Art der Dinge, die wir uns einreden, machen zu müssen, ist endlos. Die ganze Sache führt dann dazu, dass wir meinen etwas ändern zu müssen. Ein ganz aktuelles Thema bei mir ist das Rauchen. In den letzten Jahren habe ich die meiste Zeit nicht geraucht und hatte überhaupt kein Problem damit. In der ReHa fing ich wieder an damit und konnte seitdem nicht wieder aufhören. Ich habe es oft versucht, aber es funktioniert einfach nicht so leicht wie früher.

Ein anderes Beispiel. Ich wollte jahrelang abnehmen. Es hat nie funktioniert und das frustrierte mich. Dann verlor ich einige Jahre später meinen Apetit und nahm sehr stark ab (ca.40 Kilo). Heute bin ich wieder dünn und ich musste nicht einmal Sport dafür machen. Nun habe ich den Körper, den ich mir jahrelang gewünscht habe. Aber macht mich das glücklich? Oder anders: Bin ich deshalb rund um glücklich mit meinem Körper? Eher nicht.

Die Suche nach dem, was nicht ist

Gegenteiliges Denken macht vielleicht glücklichMein Gehirn sucht ständig nach Dingen, die verändert werden müssten. Weniger Rauchen, kein Kaffee, mehr in die Natur gehen. Sicherlich sind das alles Vorschläge, die meiner Gesundheit förderlich sind. Jedoch bin ich absolut nicht in der Lage sie umzusetzen. Mir wird also nur bewusst: Ich schaffe es nicht. Das lässt mich dann unglücklich und gestresst zurück. Deswegen kam ich auf die Idee, den Spieß einmal umzudrehen.

Denn wenn mein jetziges Denken mich unglücklich macht, dann muss gegenteiliges Denken mich glücklich machen. Richtig? Das Gute an meiner Situation ist ja, dass es nicht mehr schlimmer werden kann. Zumindest kann ich mir das nicht vorstellen. Es kann also nur besser werden. Ich habe nichts zu verlieren.Wenn ich also das nächste mal eine Rauchen gehe, werde ich also nicht denken: „Das ist ungesund. Ich sollte damit aufhören. Das schaffe ich nicht. Bäh! Das stinkt.“ Vielmehr werde ich denken:“ Boah, geil.Erst mal schön eine rauchen. Die erste Zigarette am Morgen. Ein Geschenk des Himmels. Hmm, wie das schmeckt!“

Im Moment bin ich ziemlich angespannt, weil ich immer etwas anders haben möchte als es in Wirklichkeit ist. Ich glaube, dass meine neue Art zu denken, mehr Ruhe bringen wird. Vielleicht ist auch nur die alte Denke in einem neuen Kleid. Ich weiss es nicht. Ich mache einfach dieses kleine Experiment und schaue, was passiert.

Ein Gedanke zu „Denken macht unglücklich

  1. Da gibt es einen bemerkenswerten Satz:
    Wandel durch Annahme! D.h. In dem Moment, da ich die Dinge so annehme wie sie sind, kann Veränderung geschehen. Einverstanden sein mit dem was ist.
    Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Umsetzung Deiner gefühlten Erkenntnis

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